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Café-Anekdoten (wahre Geschichten!)
 

Früh dran

Die Chefin ist immer schon sehr früh im Café, um in Ruhe die vorbereitenden Arbeiten durchführen zu können (die Maschinen benötigen Vorlaufzeit, oft sind es zusätzlich Reinigungsarbeiten, Dekorationen und natürlich das Garnieren von Platten für vorbestellte Frühstücksgruppen). Manchmal finden sich bereits vor der Öffnungszeit (9.00 Uhr) Gäste ein. Ein besonders früher Gast kam bereits gegen 7.00 Uhr in das Café und wunderte sich darüber, dass es so leer sei. Dann fragte er: „Bin ich etwa zu früh?“ Als dies bejaht wurde, lachte er und sagte: „Ich stehe immer so früh auf, dass ich das Gefühl habe, all anderen müssten dann auch schon auf sein:“
Am selben Tag etwa eine Stunde später kam eine gut situierte Dame herein, die bereits öfters Nachmittags-Gast war und wunderte sich ebenfalls: „Es sind ja überhaupt keine Gäste da, heute morgen.“ Als die Chefin lächelnd antwortete: „Das liegt daran, dass wir noch gar nicht geöffnet haben.“, fasste die Dame sich erschrocken ans Dekolleté und sagte: „Da habe ich aber Glück gehabt, dass ich nicht umsonst gekommen bin. Ich bin jetzt extra aus Porta Westfalica (ca. 27 Km entfernt) gekommen, um einen Gutschein zu holen.“

Wandervögel

Der Vorsitzende des Wandervereins kam um einen Termin abzustimmen. Halb scherzhaft merkte er dabei an, dass es ihm immer schwerer fiele passende Wanderrouten herauszufinden. Seine Mitglieder wollten unbedingt, dass die Tour am Café vorbei ginge, damit sie auf der Wanderung wenigstens einmal hier einkehren können.

Schnittchen-Café

Ein unbekannter Gast kommt herein und fragt: „Sind Sie das Schnittchen-Café?“
„Kommt darauf an, was Sie meinen.“
„Ja. Sie sind mir empfohlen worden, dass Sie so hervorragende Frucht-Schnittchen haben.“
„Die rechteckigen Frucht-Tortenstücke? Da haben wir hier Erdbeertorte, Mandarinentorte und Kiwitorte...“
„Hmm. - Dann nehme ich hier solch ein Stück Trüffeltorte.“ (also weder mit Frucht, noch ein Schnittchen)

Lecker Kakao

Ein kleiner Junge kam ins Cafe (vielleicht 6 Jahre), ging zum Verkaufstresen und fragte: „Gibt es hier auch Kakao.“ „Ja klar, wir haben ganz leckere Trinkschokolade.“ „Wie viel kostet die?“ „Zwei Euro.“

„Dann möchte ich einen.“ Er kramte 20 Cent aus seiner Tasche und legte sie auf den Tresen. Das sah so niedlich aus, dass die Damen es nicht übers Herz brachten, ihn wegzuschicken. Er setzte sich an den „Katzentisch“. Das ist ein Zweipersonentisch, der gern von Einzelgästen benutzt wird. Nachdem er ordnungsgemäß bedient wurde, trank er ernst seinen „Kakao“ wie ein Großer. Danach verabschiedete sich und kam gelegentlich mit seinen Eltern wieder. Mit keinem Wort ließ er erkennen, dass er auch schon mal allein da gewesen war.

Der Schrank

Die ältere Dame stand vor dem Buffetschrank im Café und sprach die Cafébesitzerin an: „Das ist ein schöner Schrank. Kennen Sie eine Lilli Plöger aus Lüdenhausen? Da bin ich als Kind oft gewesen. Die hatten genau solch einen Schrank. Der ist seinerzeit von einem Tischler in Hohenhausen aus einem Wäscheschrank umgebaut worden.“ Als die Cafébesitzerin dann zugab, Lilli Plöger zu kennen, weil es ihre eigene Mutter sei, von der sie den Schrank geerbt habe, rief die überraschte Dame „Neiiin.“ aus und ging einen ganzen Schritt zurück. Leider war in dem Rummel nicht genügend Gelegenheit über „Alte Zeiten“ zu sprechen.

Die Bluse

Die Tür ging auf und ein Pärchen kam herein. Die Cafébesitzerin stand hinter der Theke und sortierte gerade Besteck. Der Mann kam mit ausgestreckten Arm schnellen Schrittes auf sie zu und rief zu seiner Frau: „Das ist sie! Sie hat dieselbe Bluse an!“ Es stellte sich heraus, dass die beiden den Zeitungsbericht anlässlich der Service-Profi-Preisverleihung gelesen hatten. Da es für das Café weder Hinweisschilder noch Werbung an der Zufahrtsstraße gab, hatte das Pärchen schon einige Zeit gesucht und war heilfroh, nun endlich angekommen zu sein.

Das Geschnatter

Eine kleine Schar von acht bis neun Enten spaziert gelegentlich durch das Dorf und erregt überall Aufmerksamkeit. Seit sie ab und zu vor dem Café Brot- oder Brötchenreste erhalten, sind sie regelmäßig da und belagern, unaufdringlich wartend, die Eingangstür. Bis auf die Hinterlassenschaften, gern gesehene Gäste. Eines Tages waren gerade alle Gäste bedient und das Personal mit Vorbereitungen in der Küche beschäftigt, als sie leises Geschnatter hörten. Als sie die Küchentür öffneten, saß die ganze Entenschar gesittet auf der Fußmatte im Eingangsbereich direkt vor der Verkaufstheke. Sie waren durch die, zum Lüften offene Tür, einfach hereinspaziert. Die Gäste sagten: „Wir haben extra nichts gesagt. Sogar die Enten fühlen sich hier wohl.“ Trotzdem mussten das Federvieh nach draußen – wegen der Hygiene und der möglichen Hinterlassenschaften.

Fahrgemeinschaft

Eine Dame, die öfters als Gast im Café war, begann irgendwann hin und wieder sonntags auch Torte „außer Haus“ abzuholen. Die Mengen wurden immer größer. Als sie eines Tages die Stücke portionsweise verpacken ließ, wurde diskret nachgefragt. Dabei kam heraus, dass sie aus der Nachbarstadt Lemgo kam. Weil es im Café am Markt die beste Torte gäbe, hätten sich die Nachbarn zusammengetan und würden jetzt sonntags reihum, quasi als Fahrgemeinschaft, abwechselnd für alle Nachbarn Torte holen.

Auf dem Weg

Ein älteres Ehepaar aus Bad Salzuflen (ca. 20 Km entfernt) kam recht regelmäßig, meist 1x in der Woche ins Café. Man kam ins Gespräch und es stellt sich heraus, dass sie bevorzugt in ihrem Nachbarort Wüsten einkaufen (ca. 3 Km von Bad Salzuflen). Weil das ja nun schon ‚auf dem Weg’ liegt, kommen sie danach immer ins Café.

Alles im Griff

Eine Dame bestellte einen Tisch zu ihrem Geburtstag für sich und fünf weitere Damen. Sie bestimmte ziemlich herrisch, dass es nur koffeinfreien Kaffee und Käsekuchen für alle geben solle und keine Ausnahmen. Es ist nicht bekannt, welche Sanktionen die drei Damen erleiden mussten, die dann doch etwas anderes bestellten.

Das wahre Leben

Eine Dame betrat das Café mit den Worten: „Da gehe ich die Hauptstrasse lang (Hauptgeschäftsstrasse) und treffe keinen Menschen. Nun komme ich hier runter und hier tobt das wahre Leben!“

Immer gut vorbereitet

In der Anfangszeit konnte bei überschäumendem Geschäft das Besteck knapp werden. Einer der Gäste, ein älterer Herr mit seiner Frau, war davon betroffen und musste mit dem humorvollen Hinweis auf das mangelnde Besteck etwas warten. Prompt hat er seitdem sein eigenes Besteck deutlich sichtbar in der Außentasche seines Jacketts, wenn er ins Café kommt. Die scherzhaften Bemerkungen der Bedienungen und Gäste sind ihm sicher.

Haarschnitt

Aus der großen Einrichtung für geistig Behinderte der Nachbarstadt haben wir öfter Gruppen mit ihren Betreuern/-innen zu Gast. Ihren Möglichkeiten entsprechend, sind sie immer sehr freundlich, gesittet und diszipliniert. Bei der einen Herrengruppe kam im Gespräch mit der Betreuerin heraus, dass sie immer zum Haareschneiden nach Hohenhausen kommen. Früher gab es öfter Diskussionen, ob der Schnitt schon notwendig ist oder nicht. Seit sie nach dem Schnitt ins Café dürfen, sind die Herren jetzt oft schon nach zwei Wochen der Meinung, dass ein Kürzen der Haare notwendig ist. Ausnahme war nur, als das Café Ferien hatte.

Nachdenkliches

Ein betagtes Ehepaar kam regelmäßig ins Café. Nach einer geraumen Pause ohne Cafébesuch, kam der Herr dann allein ins Café, zusammen mit einem jüngeren Mann. Wie sich herausstellte, sein Sohn. Mit einem fröhlichen Spruch fragte die Bedienung: "Na, heute allein? Wo haben sie denn Ihre Frau gelassen?". Mit Bestürzen musste sie dann vernehmen, dass diese in der Zwischenzeit verstorben war. Der Herr sagte, es sei ihm sehr schwer gefallen, wiederzukommen, weil alles im Café ihn an seine Frau erinnere. Er fühle sich aber so wohl im Café, darum wolle er nicht darauf verzichten. In der Folgezeit kam er manchmal mit Sohn und Schwiegertochter, meistens aber allein. Seine Frau ist im Friedwald begraben worden und auf dem Rückweg von dort, kehrte er immer ein. Beim letzten Mal hatte die Chefin sich lange mit ihm unterhalten. Etwas über eine Woche später bekam sie einen Anruf einer Dame. Wie sich herausstellte, die Schwiegertochter, die sagte, dass ihr Schwiegervater plötzlich verstorben sei. Beim Ordnen der Hinterlassenschaften hätten sie einen Zettel gefunden, auf dem unter anderem die Anweisung stand, dass die Beerdigungsfeier im Café stattfinden solle und es dürfe auf keinen Fall "Beerdigungskuchen" (Butterkuchen) geben. Er habe immer gern die leckere Torte gegessen und die solle es auch auf seiner Beerdigung geben.

Lernfähig

Aus verschiedenen Gründen, sind Hunde (Tiere) im Café nicht erlaubt. Für Hunde, die mit ihren Herrchen oder Frauchen Gassi gehen, wird im Außenbereich aber seit geraumer Zeit ein kleiner Trinknapf gereicht. Seit Kurzem erhalten die Vierbeiner außerdem ein kleines Leckerli. Eine Dame macht bei ihrem Gassigang gern auf einen Cappuccino halt. Sie berichtete nun, dass es ihr jetzt gar nicht mehr möglich sei, auf der anderen Straßenseite an dem Café vorbei zu gehen. Der Hund würde so zum Café ziehen, dass ihr gar nichts anderes mehr übrig bliebe, als den üblichen Zwischenstopp einzulegen.

Geheimnis gelüftet

Eine Dame kam ins Café und sagte im Gespräch mit der Chefin, dass sie jetzt endlich wüsste, was ihre Männer so trieben, wenn sie unterwegs seinen. Es stellte sich heraus, dass ihr Mann und dessen Bruder of große Wanderungen unternähmen, die in den letzten Monaten länger als sonst dauerten. Zufällig habe sie nun im Jackett ihres Mannes die Visitenkarte des Cafés gefunden. Jetzt wolle sie einmal schauen, was die beiden immer so hier her zöge.

Überraschender Neujahrsgruß

Ein kleiner Reisebus hielt direkt vorm Café. Das Café war fast voll besetzt und die Gäste wunderten sich schon. Der Fahrer sprang aus dem Bus und rannte ins Café: "Ein frohes neues Jahr wünsche ich dem besten Café im Lippischen Norden!" und schwups, schon war er wieder weg.

Gutscheinversand

Der Herr am Telefon fragte vorsichtig an, ob das Café auch Gutscheine verschicken würde. Seine Frau und er wohnen in Lünen (ca 130 Km entfernt) und seien öfter zu Gast bei Bekannten im Kalletal. Dann seinen sie gelegentlich auch mit Ihren Bekannten im Café, weil die große Fans des Cafés seien. Nun stände ein Geburtstag an und sie wollen gerne einen Café-Gutschein verschicken. Der Gutschein wurde mit viel Liebe verpackt und das Geld prompt überwiesen. Es ist nicht bekannt, wie das Geburtstagskind reagiert hat.

Eingerichtet

Die Cafébesitzerin war gegen 8.30 Uhr gerade dabei, den vereisten Bürgersteig zu streuen, als ein Wagen vorfuhr und ein gut situiertes Paar ausstieg. Etwas von oben herab berichteten sie. dass sie in einem der äußeren Kalletaler Ortsteile zu Gast waren und eigentlich in der nahe gelegenen Stadt Rinteln frühstücken wollten. Sie seien aber hierher geschickt worden. Ob sie hier denn auch wirklich frühstücken könnten. Die Chefin antwortete: "Ja, selbstverständlich. Wir öffnen aber eigentlich erst um 9.00 Uhr und die Kaffeemaschinen fahren gerade hoch. Aber setzen sie sich schon mal hinein. Da ist es warm." Einige Zeit später waren die Maschinen soweit und die Gäste bekamen erst einmal ihren Kaffee. Das Frühstück bestellte der Herr mit den Worten, ob die Chefin "es auch einrichten könne, Frühstück zu machen". Mittlerweile trafen weitere Frühstücksgäste ein. Nachdem er zum dritten Mal gefragt hatte (die anderen Gäste schmunzelten bereits), erhielt er ein besonders liebevoll hergerichtetes Frühstück. Schwierige Gäste werden besonders freundlich behandelt. Entschuldigend merkte er beim Bezahlen an, dass seine Bemerkungen wohl nicht besonders geistreich gewesen seien. Zwei Wochen später meldete er sich für zwei Personen zum Frühstück an und war erstaunt, dass das Café schon fast ausgebucht sei.

Einmal Nummer 8

Das Café war geschlossen und die Chefin machte gegen 19.00 Uhr gerade die letzten Verrichtungen, als das Telefon klingelte. Ein Mann meldete sich und bestellte "einmal Nummer 8, einmal Nummer 4 und einen gemischten Salat". Nach einer kurzen Irritation stellte sich heraus, dass der Mann die Pizzeria in der Nachbarschaft anrufen wollte und die Telefonnummer des Cafés von der Auskunft erhalten hatte. Schnell war die korrekte Nummer herausgesucht und der Mann konnte seine Bestellung an der richtigen Adresse loswerden.

Spitz geworden

Ein älterer Mann kam als neuer Gast allein gelegentlich ins Café. Man kam ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass er seit einiger Zeit Wittwer war. Da habe er selten Lust, sich etwas zu Essen zu machen. Nun besuche er öfter Bekannte im gegenüber liegenden Altenheim. Die haben jetzt schon öfter gesagt, wie "spitz" er geworden sei. Da habe er sich entschlossen öfter ins Café zu gehen.

Nachgefragt

Nach dem Erfolg "Serviceprofi 2008" wurde das Café von den Gästen auch für den Serviceprofi 2009 vorgeschlagen. Eifrig wurde der Fortgang der Nominierungen verfolgt. Eines Tages war ein Ehepaar aus Paderborn zu Gast. Die Dame erzählte dann, dass sie unsicher waren, ob das Café den Preis denn schon gewonnen hätte (offensichtlich hatte sie keinen Zweifel daran) und gratulieren müssten. So hätten sie denn kurzerhand bei Radio Lippe angerufen und nachgefragt. Enttäuscht mussten sie erfahren, dass dieses Jahr ein anderes Unternehmen den Preis erhalten habe.

Trägerschaft

Vier Herren betraten das Café und setzten sich auf einen bestimmten Sofaplatz. Im Gespräch kam heraus, dass sie gerade auf einer Beerdigung waren, wo sie als Sargträger fungierten. Sie seien vor einiger Zeit bereits einmal hier gewesen. Ebenfalls nach einer Beerdigung. Damals sei allerdings das Café so gut besucht gewesen, dass nur noch die Dreipersonen-Sitzecke frei war. Als sie sich gerade dorthin quetschen wollten, stand spontan ein Paar von ihrem geräumigen Sofaplatz auf und tauschte mit ihnen die Plätze. Damals habe es ihnen so gut im Café gefallen, dass sie beschlossen haben bei ähnlichen Gelegenheiten wieder zu kommen.

Nichts anderes mehr

Im Gespräch äußerte eine Dame, dass sie gern Cafés besuche und Torte esse. Seit sie das Café am Markt besuche, sei es ihr aber zunehmend verleidet, in anderen Cafés zu essen. Ihr schmecke einfach keine Torte anderer Cafés mehr.

Kleine Gabe

Auf dem Marktplatz nebenan war Bücherflohmarkt. Als dieser zu Ende war, kam eine Dame, die oft zu Gast ist und brachte einige ältere Kochbücher mit Torten-/Kuchenrezepten. Sie wolle uns diese Bücher spenden. Hier würde der Wert der Bücher sicher zu schätzen gewusst. Schließlich würde hier genauso gebacken.

Rabenschwarzer Tag

Ein Ehepaar hatte ein Frühstück genossen und es ging ans Bezahlen. Als die Bedienung kam, sagte der Mann, es sei heute ein rabenschwarzer Tag. Auf die Frage, was denn passiert sei, antwortete er: „Meine Frau und ich haben zur Silberhochzeit einen Café-Gutschein über 70 €uro geschenkt bekommen und heute haben wir zum letzten Mal darauf Essen können.“

Nettes Gespräch

Als die Chefin sich am Telefon meldete, sagte die Dame am anderen Ende: "Wieso habe ich Sie denn am Telefon?" Es entspann sich ein Gespräch. Es kam heraus, dass die Dame im Telefonbuch in der Zeile verrutscht war und eigentlich ein Café in ihrem Wohnort anrufen wollte. Etwa eine Stunde später kam die Dame mit Ihrer Freundin ins Café. "Wir hatten so ein nettes Gespräch an Telefon. Da mussten wir einfach mal vorbei kommen."